Zienterra Beratung Zienterra Coaching Akademie
  gegründet 1960   | Presse | Service | Newsletter | Denkanstöße | Kontakt | Impressum  
246. Denkanstoß der Woche

Perfekt reden, präsentieren, verhandeln, diskutieren

Manager brauchen klare Worte.
Kurz, klar, verständlich unter die Haut gehend
sollte die Sprache zum wirklichen Führungsmittel werden.

Verstehen Sie, was gemeint ist? So zum Beispiel:
„Es wurde eine Prozesskostenbewertung durchgeführt,
und wir machen Kostenplausibilisierung
durch den Einsatz von Schattenkalkulationen.
Der Projektfortschritt wird durch Quality Gates überwacht.“

Welcher Mitarbeiter versteht, was gemeint ist?

In der deutschen Wirtschaft, im Handel und der Industrie
wuchert eine Blähsprache aus nichts sagenden
deutsch-englischen Kunstgriffen
und abenteuerlichen Satzkonstruktionen.

Konsequenz:
Viele Mitarbeiter verstehen schlichtweg nicht mehr,
was ihnen das Management mitteilen will.

Der kritische Umgang mit der deutschen Sprache
ist zur Zeit populär. Bastian Sick, Redakteur bei Spiegel Online,
hat zwei Millionen Exemplare seiner beiden Bücher
„Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod“ verkauft.
Zu Sicks „größter Deutschstunde aller Zeiten“
in Köln während des Buchfestivals „Lit.Cologne“
kamen rund 15.000 Menschen.

Aber der richtige Gebrauch des Genetivs und des Apostrophs
ist nicht das eigentliche Sprachproblem in den deutschen Führungsetagen.
Schwerer wiegen das Kauderwelsch vieler Manager
und die Verständnislosigkeit, mit der Mitarbeiter darauf reagieren.

Kommentar:
Schlechte und unverständlich formulierte Texte
sind nicht nur ein Ärgernis für Sprachpuristen,
sie werden in Unternehmen zu einem ernsthaften Führungsproblem.
Und das aus mehreren Gründen:

• Mitarbeiter müssen viel Zeit investieren, weil sie
Texte erst mühsam entschlüsseln müssen.
Vielfach lesen sie einen Text zwei- oder dreimal,
bis sie ihn verstanden haben.
• Schlechte Texte verursachen Missverständnisse
und manchmal Ängste unter den Mitarbeitern, weil sie
wegen ihrer Unklarheit unterschiedlich interpretiert werden.
Nachfragen und Klärung kosten viel Zeit.
• Schlechte Texte können hohe Kosten verursachen,
wenn ein Mitarbeiter sie falsch versteht
und deshalb eine falsche Entscheidung trifft.

Woran liegt es, dass so viele Führungskräfte ihren Jargon so pflegen?

Kommentar:
Zwei Gründe lassen sich erkennen:

Zum einen lernen die meisten Studenten an deutschen Universitäten
nicht das Handwerk des verständlichen Schreibens.
Im Gegenteil: Die Professoren verlangen von ihnen,
jede noch so große Banalität sprachlich aufzuzwirbeln.
Später als Führungskräfte schrecken die so sozialisierten davor zurück,
einfache Dinge einfach auszudrücken.

Zum anderen müssen Führungskräfte ihre Existenzberechtigung beweisen,
vor allem gegenüber jenen, die sie und ihre Arbeit bezahlen.
Durch abgeschottete und abschottende Fachsprache
sichern sie sich Exklusivität und verhindern,
dass manche allzu platte Erkenntnis auf Anhieb als solche durchschaut wird.
Den meisten Führungskräften gelingt es nicht,
die sprachliche Vernebelung aufzugeben,
wenn sich Kommunikation an den Mitarbeiter richtet.

Expertentipp:
Raus aus dem Käfig des eigenen Jargons!

Appell:
Warum bemerken wir gar nicht mehr,
dass wir nicht mehr verstanden werden?

Also:
Die Kluft zwischen der Managementsprache der Führungskräfte
und der Sprache der Mitarbeiter führt zu einer Entfremdung
und wird damit zum Führungsproblem. Besonders fatal ist das,
wenn in Unternehmen schwierige Veränderungen,
zum Beispiel Entlassungen oder Umstrukturierungen,
kommuniziert werden müssen.

Expertentipp:
Es gibt seit den siebziger Jahren
eine praxisorientierte Verständlichkeitsforschung.
Die Forscher haben vier Grundsätze für verständliche Texte formuliert:

1. Autoren sollen einfache, klare Worte mit wenigen Silben benutzen
und Fremdwörter so weit wie möglich vermeiden,
falls das nicht geht, müssen sie erklärt werden.

2. Autoren sollen ihre Texte übersichtlich gliedern
und ihre Gedanken logisch miteinander verbinden.

3. Autoren sollen sich kurz und prägnant ausdrücken,
zugleich aber darauf verzichten, zu viele Gedanken
in einen Satz zu packen.

4. Autoren sollten das Gesagte hin und wieder
durch Metaphern, Beispiele und Anekdoten anschaulich machen.

Melden Sie sich!
Schreiben Sie eine Kurzgeschichte, eine Biographie, einen Krimi,
eine Abenteuergeschichte, ein kleines kreatives Märchen.
Lassen Sie Ungewöhnliches geschehen!

Thema: Begegnungen

Also: Erkennen auch Sie. Handeln Sie,
indem Sie an einem Erlebnisrhetorik-Intensivtraining teilnehmen.
Damit sich Chef und Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes
wieder verstehen.

*
*
Erster Eintrag Voriger Nächster Letzter Eintrag
*
*
Zienterra Beratung Zienterra Coaching Akademie
     
     
Diese Seite empfehlen! | Druckversion |
© 2009 Institut für Rhetorik und Kommunikation (Zienterra GmbH)
     

Rhetorik- und Kommunikationstrainings, Coaching, Ausbildung und Unternehmensberatung