Zienterra Institut für Rhetorik und Kommunikation

Rhetorik Seminare für Gespräche, Präsentationen und Verhandlungen.

Die Kraft des wirkungsvollen Auftritts

Rhetorik ist der aktive, zielbewusste, psychologisch fundierte Umgang mit dem Wort – zum Wohle des anderen.

Erlebnis-Rhetorik ist Ausdrucks-  und Bewegungstherapie. „Plappern mit den Händen“. Öffnen und schließen wir auf Höhe der Körpermitte, in Höhe der Taille die Daumen-Finger-Klammer, so signalisieren wir anderen Personen „lasst uns darüber reden“. Mit einem genervten Blick kann die gleiche Geste auch bedeuten: „Du übertreibst total“. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden, ermahnten uns die Eltern: „Sprich nicht immer mit Händen und Füßen“. Was wir mit unseren Händen  und Füßen machen sollten, hat man uns verschwiegen.

Gestik hat nicht nur einen kommunikativen Zweck, „Gesten sind Geschwister des Denkens“. Das erklärt auch, warum wir gerne beim telefonieren gestikulieren. Das Auf und Ab der Hände während des Sprechens kann durchaus von Vorteil sein, denn Studien beweisen, das gleichzeitiges Reden und Gestikulieren den Gedankenfluss fördern. Gestikulieren ist ein Mittel, beim Sprechen innere Spannungen auf natürliche Weise loszuwerden. Behindern wir Arme und Hände, entlädt sich der Bewegungsdrang oft in andere Körperteile. Hier unterstützt er nicht Ihre Worte, sondern lenkt davon ab, wie z.B. das Fußwippen, auf dem Stuhl rutschen, das Herumgehen beim Reden oder das Herumspielen mit einem Gegenstand. Gesten sind natürliche, redebegleitende und unterstützende Ausdrucksmittel.

Menschen, die nur wenig  oder gar nicht gestikulieren, neigen auch von der Betonung und Sprechmelodie her zu Monotonie. Tendenziell bilden sie komplizierte Sätze, haben mehr Versprecher und bleiben häufig stecken. Es fällt schwer ihnen lange Zeit aufmerksam zuzuhören. Der Einsatz der Gesten verbessert den Sprechausdruck und damit die Verständlichkeit insgesamt. Mit Einsatz von Gestik ist nicht das Einüben bestimmter Gesten für bestimmte Redepassagen gemeint, sondern der natürliche Fluss von Gesten, der sich von selbst einstellt, wenn wir uns sicher fühlen und jemandem etwas erklären oder erzählen. Je angespannter oder unsicherer wir sind, desto sparsamer  wird unsere Gestik. Entsprechend wenig überzeugend sind wir.

Wie wir das uns eigene Ausdrucksrepertoire nutzen können

  • Für den natürlichen Einsatz von Gesten brauchen wir ein gewisses Maß an innerer Sicherheit und körperlicher Lockerheit. Sorgen wir durch gute Vorbereitung für inhaltliche Sicherheit und bringen wir unseren Körper in eine lockere, aufgerichtete Grundhaltung.
  •  Halten wir unsere Hände eher auf Höhe der Körpermitte, damit diese für Gestik „einsatzbereit“ sind – bei Gesprächen am Tisch also auf (statt unter) dem Tisch und bei Reden im Stehen in Höhe der Taille
  • Fesseln wir uns nicht selbst, indem wir die Hände ineinander verschränken, uns an etwas festhalten, die Hände in die Hosentasche oder auf den Rücken „verbannen“.

 

Der natürliche Gebrauch von Gestik unterstützt die sinnvolle Betonung beim Sprechen, hilft dem Zuhörenden Inhalte nach ihrer Bedeutung zu gewichten und verstärkt unsere persönliche Wirkung.

Wenn wir in einer Konferenz sitzen, kann auch die Geste zum Fenster alles nötige vermitteln: Er macht die Plappergeste mit der Hand, streicht sich danach mit der Hand über den Bauch, verführt danach die Telefongeste und führt danach  den imaginären Löffel zum Mund – Alles klar?

Die Konferenz ist totlangweilig, ich habe Hunger, lass uns später telefonieren und zum Essen verabreden.

 

Achtung!

Gesten, wie die des Telefonierens sind im Wandel. Sie ist durch den Gebrauch eines Gegenstandes geprägt. Um jemandem zu signalisieren „Lass uns telefonieren“ deuteten wir früher das Drehen der Wählscheibe an. Diese Geste wurde durch das Andeuten eines Telefonhörers am Ohr ersetzt. Weil Gesten kulturell vermittelt werden und ihr Verständnis von Ort zu Ort differenziert, erklärt, dass es schnell zu Missverständnissen führen kann. Trainieren wir unsere Zeichensprache. Schauen wir uns bewusst Comic-Zeichnungen an, auf denen Gesten dargestellt sind.

 

Unsere Stimme wirkt.

Unsere Worte werden durch die Stimme erst hörbar. Unsere Stimme ist Medium und Ausdrucksmittel gleichermaßen. Ist die Stimme leise, wird man Schwierigkeiten haben, uns zu verstehen. Ist sie angespannt oder zu hoch, kann man uns zwar verstehen, aber es ist auf Dauer anstrengend, uns zuzuhören.

 

So können wir die Dynamik unserer Stimme verbessern.

Den besten Klang hat unsere Stimme, wenn wir in unserer Indifferenzlage sprechen. Das ist der Tonbereich, in dem wir mit einem  Minimum an Aufwand den vollsten Klang erzielen. Die Indifferenzlage liegt meist in der Nähe des Tons, den wir produzieren, wenn wir jemandem zuhören und als Signal Verstehenslaute wie „hmm“ oder „aha“ von uns geben. Dauerhaftes höheres oder tieferes Sprechen strengt uns und auch unsere Zuhörer an. Was wir für die Verbesserung unseres Stimmklangs tun können:

 

  • Grundsätzlich klingt unsere Stimme besser, wenn wir aufrecht und locker sitzen oder stehen. Achten wir auf eine entspannte Körperhaltung.
  • Versuchen wir ein Gefühl für das Sprechen in unserer Indifferenzlage zu bekommen. Übungsweise können wir Folgendes ausprobieren: Das Telefon klingelt.  Wir nehmen noch nicht ab, produzieren mehrmals ein entspanntes, lockeres „hmm“ als wollten Sie jemandem beim Zuhören Verstehen signalisieren. Dann melden Sie sich ausgehend in dieser Tonlage.
  • Die Stimme hat immer mehr Resonanz, wenn der Mund- und Halsraum locker und geweitet ist. Großzügige Kaubewegungen  (auch ohne etwas zu essen), gähnen, Zunge herausstrecken, sind Übungen, die diesen Raum erweitern.
  • Menschen die eher leise sprechen sollten besonders auf eine exakte Artikulation achten. Mangelnde Stimmkraft lässt sich in einem gewissen Maß durch eine deutlichere Artikulation ausgleichen.
  • Außerdem ist es für die Zuhörer anstrengend. Menschen zuzuhören, die ihre Stimme am Satzende nicht senken. Sie machen zwangsläufig weniger Sprechpausen und werden zunehmend atemlos. Die Spannung überträgt sich auf die Zuhörer, die zwischenzeitlich „abschalten“ und nicht mehr hinhören. Wie können wir das vermeiden?
  • Senken wir am Ende eines Aussage-Satzes die Stimme.
  • Produzieren wir kürzere, überschaubarere Sätze. Die sind leichter sinnvoll zu betonen und abzuschließen.
  • Machen wir kurze Sprechpausen zwischen aufeinanderfolgenden Aussagen, Informationen und Argumenten.
  • Lassen wir in den Sprechpausen  den Kiefer locker, sodass die Lippen ganz leicht geöffnet sind. Das entspannt den Mundraum, Kehlkopf und Zwerchfell.

 

Mit dynamischen Akzenten steuern wir, wie wir unsere Worte verstanden wissen wollen.

 

Beispiel:

Onkel Otto schenkte der kleinen Erika eine Tafel Schokolade.

 

Verschiedene Betonungen:

Onkel Otto schenkte der kleinen Erika eine Tafel Schokolade.

 

Onkel Otto schenkte der kleinen Erika eine Tafel Schokolade.

 

Onkel Otto schenkte der kleinen Erika eine Tafel Schokolade.

 

Onkel Otto schenkte der kleinen Erika eine Tafel Schokolade.

 

Onkel Otto schenkte der kleinen Erika eine Tafel Schokolade.

 

Also auch mit dem Variieren des Sprechtempos und dem gezielten Einsatz von Pausen können wir die Wirkung unserer Worte ein Stück weit steuern.

Wenn wir nach längerem Sprechen Beschwerden haben, uns oft räuspern müssen oder heiser werden, kann dies ein Hinweis  auf einen falschen Gebrauch der Stimme sein. Sind wir organisch beschwerdefrei, aber unzufrieden mit

 

  • dem Klang der Stimme (zu leise, zu schnell, zu hoch)
  • unseren Artikulationen (undeutlich, stark dialektgefärbt) oder
  • dem Gebrauch unserer sprecherischen Ausdrucksmittel (monotones, zu schnelles oder wirkungsarmes Sprechen)

dann sind wir beim Ersten Deutschen Institut für Rhetorik und Kommunikation in Bornheim bei Bonn/Köln  oder Berlin Charlottenburg an der richtigen Adresse. Das Zienterra Institut verfügt über einen Pool von Spezialisten für professionelles Sprechen und wirkungsvolles Auftreten.

Mach´s einfach aber mach´s einfach!

 
Hier finden Sie wieter Informationen zu unserem Stimm-Training "Mit Körpersprache und Stimme zu mehr Präsenz" (Bonn & Berlin).

 

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Tags: dynamische stimme, gestik, rhetroik-tipps, stimme, stimmtraining, stimmübungen

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